Menschsein

22. Oktober 2015

Der Mensch denkt, fühlt, staunt, spricht, liebt, erkennt, erschafft. Er lebt. –

Was macht uns Menschen aus? War es früher die Frage: Was unterscheidet uns vom Tier, steht heute mehr die Frage im Vordergrund: Was unterscheidet uns von einer mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Maschiene bzw. einem Avatar?

Nach Theresas Umzug in eine andere Stadt, lebt sie ihre Freundschaft mit Sophie im Chat, per Telefon und in virtuellen Cafés bei einem electronic tea aus.

Paul meint, dass richtig Partymachen sich nur in der real world echt anfühlt.

Isabell zieht mit ihrer Freudnin lieber durch die virtual world und kämpft als Nachtelfe in online Rollenspielen gegen Drachen.

Zwischen all den alltäglichen Berührungen mit der Virtualität geht Hilbert noch einen Schritt weiter. Angetrieben durch seinen Ehrgeiz und den Wusch, seiner kranken Schwester einen Zugang zum normalen Leben zu ermöglichen, gelingt es ihm, sein virtuelles Selbst in die real world zu schicken. Es kann sowohl durch ihn selbst gelenkt als auch als selbstständiges chatbot agieren. Zum Training seines virtuellen Selbst und zur Überwindung seiner Unsicherheit schickt er es zu einem Date mit Sophia. Selbst sein bester Freund Paul lässt sich durch de Menschlichkeit des chatbots einnehmen und vergisst mit wem er spricht.

Menschliches Verhalten ist jedoch weitaus komplexer als dies Hilbert im Programm seines virtuellen Selbst verankern kann. So bringt ein Systemfehler alle Begegnungen der Figuren durcheinander.

 

Im Stück wird der Frage nach dem Menschsein in den Kontext unseres Alltags gestellt, der immer mehr von digitalen Welten und der Virtualität sozialer Kontakte bestimmt wird. Dabei wird keine neue Sci-Fi-Welt erschaffen. Alles was die Figuren erleben ist Stand der derzeitigen Wissenschaft und Technik. Die Figuren führen durch ihre Welt, in der jeder sich entsprechend seiner eigenen Lebenserfahrung selbst ein Bild von der Grenze zwischen unserem „virtuellem Ich“ und unserem „realem Ich“ machen kann.

 

Zeitraum der Produktion: Oktober 2011 bis  Mai 2012

Regie: Katharina Menzer

SpielerInnen: André Schwitzke, Clemens Wildt, Emilia Rudolf, Henrike Großmann, Maxi M. Grehl

Aufführungstermine:  Mai 2012