Blut Am Hals der Katze

22. Oktober 2015

… von Rainer Werner Fassbinder

 

Es gibt kein existieren im luftleeren Raum.

Wir als Menschen, in sozialen Gefügen verflochten,

sind darauf angewiesen, miteinander in Beziehung zu treten

um uns zu verständigen und innerhalb eines gesellschaftlichen Umfelds zu positionieren.

Wir bedienen uns des Minimalkonsens,

indem wir innerhalb unserer kulturellen Konventionen bewerten, erheben, aussortieren.

Stereotypen werden entwickelt.

Modell, Soldat, Geliebte, Metzger, Mädchen, Lehrer…

 

Vorgezeichnete Bilder entstehen, leiten unseren Blick. Lassen uns urteilen.

Was jedoch steht hinter dem Klischee?

Welche Geschichte verbirgt sich unter dem Deckmantel eines konventionellen Handlungsmusters?

Können wir uns aus der Ebene des „darin – Verflochtenseins“ erheben und ausbrechen?

 

In „Blut am Hals der Katze“ treffen Personen aufeinander, welche scheinbar in keiner direkten Beziehung zueinander stehen und doch eng miteinander verbunden sind. Sie missverstehen, brechen, reiben sich aneinander, da sie nicht gelernt haben, aufeinander einzugehen. Ihre Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte ersticken in der fehlenden Aussicht des eigenen Handlungsspielraums.

So machen sie sich und ihr Umfeld zu Opfern einer konstruierten Gesellschaft, in der die persönliche Geschichte und Offenheit im Umgang miteinander keinen Platz finden.

Ungesagtes schwebt im Raum.

Ungelebtes bleibt.

 

Zeitraum der Produktion: Februar bis Juni 2014

Regie: Desiree Sander, André Schwitzke

SpielerInnen: Emilia Rudolf, Henrike Großmann, Janik Straub, Jonas Froehlich, Kathrin Lau, Lars R. Schulz, Maria Naumann, Stefanie Niemann, Tanja, Yassin

Aufführungstermine:  Februar und April 2013